Sonntag, 24. Januar 2016

Creed - Review

Rocky Balboa kehrt im Film Creed - Rocky's Legacy nochmal in den Ring - bzw. vielmehr an den Ring - zurück. Dieses mal aber nur als (Neben)darsteller und nicht wie sonst als Drehbuchschreiber und Regisseur. Somit passiert auch bei Rocky das, was gerade zuhauf in den Unterhaltungsmedien passiert: Ein Klassiker wird nochmal ausgegraben und mit einer Fortsetzung beehrt. Dabei waren diese Fortsetzungen oft überraschend gut. Genannt seien als Beispiel Terminator Genisys oder Star Wars - The Force Awakens.



Was sollte also vom neuen Rocky zu erwarten sein, der unter dem Namen "Creed" daherkommt. Wie immer bin ich jedem Trailer vorab aus dem Weg gegangen. Ich wusste nur so viel: Es geht um den Sohn des in Rocky IV verstorbenen Apollo Creed.

Wie immer wird hier nicht gespoilert und ich umreise die Handlung lediglich. Ich dachte eigentlich, dass (vor allem aufgrund der Benamsung und des neuen Regisseurs) die Location eine neue ist. Also z.B. dass Balboa Apollos Sohn in einer anderen Stadt trainiert und dadurch quasi ein Cut zu den alten Rocky Filmen gemacht wird.

Aber das Gegenteil ist der Fall. Creed erweitert die Handlung zu Balboa (Teil 6 der Saga) hervorragend. Der Film spielt größtenteils in Philadalphia. Wie zu erwarten - und von den Fans vielleicht auch erhofft - wird auf altbewährtes gesetzt. Der Underdog (also der junge Creed) wird von Rocky trainiert, bekommt von diesem "Stand and Fight" Mentalität eingetrichtert, garniert mit der einen oder anderen Trainings-Montage, gipfelnd in einem dramatisch inszenierten Endkampf. Hatte ich erwartet - kennen wir irgendwo her, alter Wein in neuen Schläuchen, oder?

Ja und nein, denn jetzt kommt das "ABER". Für einen Rocky Film packen Ryan Coogler (Regie und Drehbuch) und Aaron Covington (Drehbuch) sehr viel Charakterentwicklung in den von inneren Konflikten zerfressenen Creed und mittelerweile deutliche alternden und gebrechlichen Rocky. Ebenso ist in vielen Beiträgen oft die Rede davon, Sylvester Stallone nehme eine "Nebenrolle" in diesem Film ein. Bei mir assozierte das immer, dass ein Stück Rocky Flair dadurch verloren geht, dass Rocky vielleicht mal kurz 20 Minuten im Film den Trainer mimt. Das ist falsch! Sly spielt ebenso eine gleichwertige Rolle, wie der Creed Darsteller Michael B. Jordan. Balboa vollzieht genau so eine Charakterentwicklung und schreibt so ein weiteres Kapitel des Mythos Rocky Balboa. Einzig vom alten Cast blieb nur noch Sylvester Stallone übrig. Mickey, Paulie, Adrian, seine Ehefrau aus Balboa, Rockys Sohn Robert. Entweder sind sie ohnehin schon in der Story verstorben oder anderweitig aus Rockys Leben geschrieben. Jedoch bleibt der Geist der verstorbenen bzw. nicht anwesenden Charaktere erhalten. Sie bekommen ihren gebührenden Platz im Film.

Auch spielt Coogler etwas mit dem Mythos Rocky Balboa. Man muss zugeben: Die Filme leben nicht primär von ihrer Handlung, als vielmehr durch die spannend inszenierten Kämpfe und durch die Tatsache, dass über nunmehr 40 Jahre durch die Filme das Leben des Boxers Rocky Balboa skizziert wurde. In gewisser Weise spiegelt Rocky aber viel von Sylvester Stallone selbst wider, welcher wiederum eine reale Person ist. Ebenfalls nimmt Sly auch den einen oder anderen selbstironischen Spaß auf seine Kappe.

Was besonders stark auffällt und mir gefallen hat: Auch in Creed trainiert der Underdog in heruntergekommenen Gyms, an denen die Farbe und der Putz von den Wänden blättert. Trägt sehr viel zur typischen Rocky Athmosphäre bei und macht den Film somit noch authentischer.

Wie ich schon damals bei Terminator Entwarnung für Fans geben konnte, so kann ich dies auch für Creed tun. Ich finde sogar, dass Creed besser die Rocky Reihe erweitert, als sich Genisys in das Terminator Universum einfügte.

Man könnte jetzt ja sagen: Okay. Der siebte Rocky Film soll nunmehr der krönende Abschluss sein. Nach beinahe 40 Jahren ein würdiger Abgang für Rocky Balboa. Man hat ja auch immer Angst, dass das Franchise zu Tode verwurstet wird. Auf der anderen Seite wurden in den Film einige Entwicklungen eingebaut, die sich in einer Fortsetzung weiter ausbauen ließen. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Suche in Google verrät es recht schnell - November 2017 soll in den USA Creed 2 starten. Wer den Rocky Teil Balboa mochte, darf sich Creed uneingeschränkt ansehen.



Wie immer der Hinweis: Wenn's gefallen hat, liken, sharen, kommentieren - vielen Dank :-)

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Onehundredandeiiiightyyyyy

Es gibt nicht viel zu berichten über dieses Ereignis. Dennoch fühle ich mich schier gar berufen ein paar Zeilen Header hier reinzuschreiben,...