Dienstag, 4. August 2015

Rock am Ring 2015 - Freitag - Rock Day

Als ich im Vorfeld die TimeTable vom Freitag durchgegangen bin, dachte ich mir: Oha. Da kann ich eigentlich durchgehend vor der Main Stage stehen, weil die Namen versprachen altbekanntes und lange gewünschtes.

Aber erst mal frühstücken. Ich selbst machte ja den Fehler keine heiße Tassen gekauft zu haben. Stattdessen hab ich mir Kidney Bohnen, Dosentomaten und ne Dose Erbsen und Möhrchen mitgebracht und einen ganzen Pack Nudeln. Irgendwie war ich aber zu faul um aus all den Zutaten so was ähnliches wie nen Chili zu kochen. Also hab ich die Möhrchen mit Erbsen Dose gefrühstückt, was mir den Spitznamen "Erbsenjunge" einbrachte. Zumindest wurde die Namensvergabe konsequent weitergeführt und einer der Nachbarn wurde - weil er eine Fackel vor deren Zelt anzündete - Fackeljunge getauft.
Danach gabs noch irgendwann nen Nackensteak oder so. Für mich nach wie vor wieder nur Wasser. Auch die anderen machten am Freitag ein kleiiin bisschen langsamer und stiegen größtenteils auf Radler um.

Provisorischer Sonneschutz
So langsam fing man an die Timetable zu lesen. Jetzt war ich noch immer der Meinung, dass ich alle Acts gerne sehen würde. Inklussive Asking Alexandria, die im Zelt noch bis 3:00 spielen sollten. Wie es dann wirklich kam, seht ihr jetzt.

Wir saßen wieder vor dem Zelt. Manche gingen über den Zeltplatz, manche tranken Bier, etc. Immer näher rückte der Opener des Rock am Ring... Die Donots. Erstmals beim Mini Rock Festival 2005 gesehen, wollte ich mir diese Band eigentlich nicht entgehen lassen. Aber niemand bewegte sich. Zu heiß und träge war alles.
Somit nahm ich eine meiner Sprudelflaschen und machte mich alleine auf. Die Hitze war gehend sogar weit besser zu ertragen als sitzend.
Also machte ich mich auf, das Festival Gelände alleine zu erkunden.

Die Donots hatten bereits angefangen zu spielen. Ergriffen sah ich mir die letzten paar Lieder an. Ergriffen deswegen, weil es mein erster RaR Auftritt war. Ergriffen deswegen, weil ich die Band für deutlich unterschätzt halte (wenn sie als Opener herhalten müssen), weil die Jungs so sympatisch sind und ich sie lieber um 20:00 gesehen hätte... Mit einer 60 Minuten Show.

Den DTH Waschbär fand ich so cool <3
Danach ging ich in den hinteren Wellenbrecher Bereich - Zwischen die Techniktürme. Man sagte mir immer, dass man dort -bei der Technik- den besten Sound hätte. Deswegen positioniere ich mich in der Regel immer in der Nähe der Technik. Leider sah man dort stehend recht wenig von der Stage... Aber die großen Disyplays schafften ja Abhilfe. Der Security Mann schenkte mit dem Schlauch gratis Wasser aus, weil es so heiß war. In der Bandpause füllte ich also meine Flasche wieder auf - so wie viele andere auch.


Danach spielten Yellowcard aus den vereinigten Staaten. Ich kannte die Band nicht. Sie wusste mir aber zu gefallen.

Cat Fight: Real Chick vs. Sex Doll
Danach folgten Bad Religion. Für mich einer der Acts, die ich unbedingt sehen wollte. Ihr großer Namen warf einen mächtigen Schatten voraus. Ich selbst hab nur das Live Album "Tested" von den Jungs und ein paar der bekannten Songs als MP3. Der Kumpel, mit dem ich da war sagte im Vorfeld: "Die brauchst nicht gucken. Das sind nur nen paar Rentner, die da auf der Bühne stehen."
Ich dachte mir "Pfff. Der hat echt keine Ahnung". Zugegebner Maßen: Das Tested Live-Album riss mich nie so wirklich von den Socken, aber ich erhoffte mir doch sehr viel von der Band... Und ich wurde... Weitestgehend enttäuscht.

Bei Bad Religion hat's das RaR Banner nicht mehr ausgehalten
Nen paar Lieder hörte ich sie an, bevor ich mich doch dazu entschloss die Zeit sinnvoller zu nutzen, indem ich wieder bei der Security Wasser auffüllte und mir ne Pizza kaufte. Auf dem Weg zum Pizzastand verlor ich meine Sprudelflasche, was dazu führte, dass ich von nun an nicht mehr so komfortabel das Wasser aus dem Schlauch verwahren konnte - sondern den Becher ständig in der Hand halten musste.
Ich bin mir dem schweren Namen, und der Wichtigkeit den Bad Religion in der Punk Historie tragen bewusst. Aber es war einfach nicht mein Ding. Ich entschuldige mich hiermit auch nochmal für meine etwas abfällige Formulierung von oben.

Danach spielten A Day to Remember. Aus den Youtube Videos hatte ich melodische Girarren mit Metal Core oder Emo Core Screams / Growls, sowie melodischen Gesamgspassagen in Erinnerung. Ich kann mich in der Live Version noch an viele Screams und Growls erinnern aber leider an nicht so viele melodische Gitarren oder Gesänge. Es war alles relativ hart gehalten, so dass die Kraftvollen Songs der Studio CDs eher zu Gitarrenshredden mit Geschrei wurden. Viel Power hatten sie, aber ich hatte eben was ganz anderes erwartet.

Nach den Donots folgte nun eine weitere deutsche Band. Die Broilers. Eine Band mit mittlerweile riesigen Namen und ich kenne zu meiner Schande keinen Song von ihnen. Somit stand ich auch in einer super Party, als (gefühlt) der einzige, der nicht mitreden konnte. Mir hat die Vorstellung sehr gut gefallen, nur kommst Dir eben etwas fail vor, wenn um Dich rum alle mitsingen und Du kannst höchstens nur mitklatschen oder versuchen den Refrain nen bissel mitzusingen.

Crowd Impressionen bei Broilers
Eine der Bands, der ich mit gemischten Erwartungen aber großer Vorfreude entgegen trat waren Rise Against. Ich höre die Band doch ganz gerne, verstehe den Sänger aber leider so gut wie gar nicht. Weiterhin klingen für mich alle Songs von Rise Against zwar gut, aber unterscheiden sich für mein Ohr nur geringfügig voneinander. Außer die vorzüglichen Balladen "Swing Life Away" und "Hero of War" und dem wunderbar PunkRockigen Titelsong zum Rennspiel Burnout 3: "Siren Song of the Counter Culture" aus dem gleichnamigen Album. So genoss ich auch das Konzert der Jungs aus Chicago mit gemischten Gefühlen. Super Stimmung, Fans die vieles mitsingen konnten, sowie eine gute Performance waren die positiven Punkte; nur man selbst steht (wie schon bei den Broilers) in der Menge und versteht in der Live Version natürlich noch weniger also ohnehin in den Alben, würde aber so gerne mitsingen. War jedenfalls ein toller Auftritt der fleischfreien Musiker ;-)

Sonnenuntergang bei Rise Against
Danach sollte es endlich so weit sein. Die Band auf die ich mich im Vorfeld am meisten freute waren die Toten Hosen. Vorab kommentierten meine Kumpels, dass die Hosen zwar eine Super Show abliefern, diese aber immer gleich verlaufe und man sich nach dreimaligem sehen der Band ggf. den alternativen Act anschaue. Für mich stand aber fest, dass dies für mich der bedeutendste Auftritt des Festivals werden wird. Dass ich damit nicht ganz recht behalten würde, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Pünktlich vor dem Gig der Hosen wurde das Banner wieder repariert
Jedenfalls genoss die Band die Verwendung von Videoeffekten auf den Leinwänden. Ich stand nach wie vor zwischen den beiden Techtürmen des zweiten Wellenbrechers. Gänsehaut war trotzdem man von der Bühne kaum was sah garantiert, als dann das Konzert mit einem Western Intro die Bandmitglieder vorstellte und ohne jegliche Umschweife mit "Bonnie und Clyde" eingestiegen wurde. Hervorragende Stimmung, viele super Songs und ein frühes Ende... Natürlich inszeniert. Die Band ließ sich zu einigen Zugaben bitten, legten aber von der Stimmung her jedes mal noch eine Schippe drauf. Schlussendlich gipfelte das Konzert dann darin, dass Campino sich (wie gewohnt) zu "Das Wort zum Sonntag" crowdsurfend über die Menge rollte um auf den Tech Turm zu steigen um ein Lied zu singen. Dieser Teil fehlt auf dem MIttschnitt aus dem TV offenbar. Jedenfalls windete es zu diesem Zeitpunkt schon recht frisch, nach diesem heißen Tag und es regnete bereits leicht.
Prägend war, dass es fast zeitgleich mit dem letzten "Paukenschlag" der das Konzert schließlich beendete richtig anfing zu schütten. Bitterkalt.

Ich hab von meinem Kumpel noch ne SMS bekommen, ob ich mir im Zelt "Body Count featuring Ice T." anschaue. Da meine Brille total verregnet war und ich wegen der kalten Dusche die ganze Zeit am japsen war, ging ich mit einem großen Teil der anderen Zuschauer Richtung Zelt und schnappte da noch von einem der anderen auf "So viele Zuschauer hatte Ice-T wahrscheinlich noch nie", in Anspielung darauf, dass das Wetter dem Auftritt zugute käme.

Im Zelt war eine ganz andere Zuschauerklienteel vertreten, als ich bisher gesehen hatte. Fast so als stünden da nur Türsteher rum. Die Band spielte schweren Hardcore Punk. Ich lief 4 mal ne Runde durch das Zelt, auf der Suche nach meinem Kumpel. Meinem Handy ging da auch just der Akku aus. Nachdem es dann aufgehört hatte zu regnen beschloss ich also wieder Richtung Lager aufzubrechen, vorbei an meinem Lieblingsfresstand, dessen Name ich leider vergessen hatte. Da gab's Fladenbrot, gefüllt mit Salat, Käse, Ei und Huhn (oder Schinken), in Frischhaltefolie verpackt. Das war Top, weil es war mit das günstigste, machte satt, war gekühlt und somit erfrischend und es war sehr fettarm.

Als ich im Lager ankam, waren die anderen bereits dort und größtenteils wieder gut betankt und verarschten etwas den Fackeljungen. Uns kam zu Ohren, dass gleich nochmal ein massives Gewitter über das Gelände hinwegziehen sollte. Die Nachbarn bauten stellenweise schon ihre Festzelte ab - zumindest die Teile, die Angriffsfläche für den Wind boten. Unsere Mannschaft blieb so weit entspannt im Stuhl unter dem Pavillion.

Als das Unwetter dann los ging und es stark regnete, windete und blitzte, hielten mein Kumpel und ich das Zelt von innen fest und die restlichen blieben draußen recht unbeeindruckt unter dem Pavilion um dieses bei Windböen vor dem Wegfliegen zu bewahren. Etwas unwohl war mir einzig, weil die kompletten Kabel über den Zeltplatz gingen und zwei bis drei mal wirklich in unmittelbarer Nähre Blitze runter kamen. Schlussendlich war das schlimmste vom Spektakel aber nach 15 bis 20 Minuten überstanden und wir sind dann verdient in's Bett gegangen.

Ganz so schlimm, wie es hier beispielsweise Das Ding oder die Bild schilderten war das Gewitter bei uns aber definitiv nicht. Alles, inklussive Pavilion hat den Sturm überstanden.

Aufgrund dieses Trubels sah ich dann doch davon ab mir Asking Alexandria anzuschauen. Der erste echte Festival Tag ließ meine etwas enttäuschte und resignierte Stimmung vom Donnerstag dennoch wieder in Begeisterung umschlagen. Und Erschöpfung ;-)

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Onehundredandeiiiightyyyyy

Es gibt nicht viel zu berichten über dieses Ereignis. Dennoch fühle ich mich schier gar berufen ein paar Zeilen Header hier reinzuschreiben,...