Am dritten Tag wurde es selbst für mich schon zur Normalität, sich nach dem Aufstehen erst mal in seinen Klappstuhl zu setzen und was zu essen. Ich ließ ein paar Erdnüsse und Salz Stängel springen, weil ich mir später ohnehin was zu essen kaufen wollte. Zum Frühstück gab es Müsli Riegel.
Der Boden war durch den Regen vom Vortag glücklicher Weise nicht mehr so staubig. Aber dank der Sonne auch nicht mehr nass. Somit konnte man ohne Probleme wieder raus ins Pavilion. Es standen auch schon Überlegungen an, Grillgut im Lidl Rock Shop zu kaufen. Aber jene Trupps die loszogen meldeten, dass die Schlange zu lang sei.
Mein erster Act für diesen Tag sollten für mich Zebrahead sein. Ich wollte nicht arschig sein und nochmal wie am ersten Tag alleine losziehen. Also wartete ich auf die anderen, was sich für mich als Einzelgänger zu einer wahren Tortur entwickelte. Die Jungs mussten, als ich bereit war erst mal ihr T-Shirt wechseln, Haare richten, parfümieren, Bier ausm Kühlschrank holen.
Als wir an der Crater Stage vorbei liefen, spielten Sondaschule ihren letzten Song. Pinkelpause für einen der Kumpels. Als sich das widerholte, konnte ich nicht anders, als mich loszureißen um eine Pizza zu kaufen um näher bei Zebrahead zu sein. Hypnotisiert von der Musik stellte ich mich dann doch an den Rand der Crowd, statt auf die anderen zu warten.
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Wer zu spät kommt, muss ganz außen stehen :-( |
Leider verpasste ich auf diese Weise einiges vom Anfang. Nach dem Auftritt verkündete der Veranstalter Marek Lieberberg, dass es den Verletzten des Gewitters so weit wieder gut ginge, so dass sie noch am Tage das Krankenhaus verlassen dürften.
Danach spielten Royal Republic, die ich leider verpassen musste. Mich zog es zurück zum Zeltplatz. Einige von uns bewachten da gerade unser Zelt und ich nutzte die Chance duschen zu gehen.
Zu den Duschen und Klos kann ich nur mein Lob aussprechen. Ich sah auf dem Rock am Ring mitunter sauberere Toiletten als bei uns in der Firma. Danke an die Festival Besucher und Shame auf meine unbekannten Kollegen, die einige Schüsseln doch verhältnismäßig arg verschissen hinterlassen.
Wie gesagt: Ich nutzte die Zeit für die Körperpflege. Am Zeltplatz angekommen erwartete mich eine Überraschung. Jemand von unseren Leuten war doch im Rock Shop und hat Grillgut eingekauft. Es gab zwar keine Rote Wurst (von denen ich an den kommenden Tagen schmerzlich einige in der Pissrinne liegen sah), dafür aber Saiten. Ich machte also eine gemütliche Grill / Zelt bewach-Session, so lange die anderen ihrerseits duschen waren. Aus der Ferne hörte ich Trailerpark spielen. Im Nachhinein stellte ich enttäuscht fest, dass ich leider Slash (den legendären GnR Slash) verpasst hatte. Der stand in der Playlist mit Slash featuring was weiß ich wen. Das "Featuring" ist für mich immer nen HipHop Alarmsignal. Dachte das wäre so nen lahmer Rapper :'(
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Kraftklub bekamen einen gebührenden Sonnenuntergang... |
Da die anderen auch zu Kraftklub wollten gingen wir zusammen los. Wie schon bei Zebrahead kamen die Jungs auch hier nicht in die Puschen. Somit spielte die Band schon, als wir uns langsam von ganz hinten der Stage näherten, bzw. vielmehr dem hintersten Bierstand. Von der Performance der Band war hier nicht viel zu sehen. Somit brach ich auch wieder auf und versuchte mich zumindest zum letzten Absperrgitter vorzuschlängeln - halb verärgert auch hier wieder schon die Hälfte verpasst zu haben.
Erstmals sah ich Kraftklub beim Mini Rock Festival, im Partyzelt vor gar nicht allzuvielen Leuten. Umso krasser fand ich es, was für eine Party dort nun stattfand und zwar völlig zurecht. Auch wenn ich bislang keines ihrer Alben habe, wissen mir die Jungs zu gefallen, weil sie einfach eine tolle Party machen.
Der Rest meiner Leute war nach dem Gig leider nicht mehr in Sicht.
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...und Konfettiregen |
Deswegen machte ich mich auf zur Stage an der K.I.Z. Spielen sollten. Bereits zwei mal auf dem Mini Rock gesehen wusste ich ja, was mich erwarten würde. Auch dieses mal lieferten sie eine Assi Show ab, wofür sie gebührend gefeiert wurden. Ich selbst wusste nun zumindest, woher das Lied über das Pferd und den Affen stammte, welches ich in der ersten Nacht hörte. Mit der Zeit wissen mir die Chaoten zu gefallen.
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Mitunter als positivster Auftritt, blieb mir die Show von K.I.Z. in Erinnerung |
Danach hab ich aus der Ferne kurz auf The Prodigy geschaut um festzustellen, dass es tatsächlich nur disharmonisches Getöse in meinen Ohren ist. Für diese Art Musik werde ich mich wohl nie erwärmen können. Ich nutzte die Zeit sinnvoller, indem ich kurz pissen ging, bevor der nächste Gig anfing.
Nachdem K.I.Z. die Bühne verließen traute sich mein Kumpel, begründet durch das gestiegene Niveau nämlich auch wieder vor die Stage. Denn folgend sollten Deichkind spielen. Jedenfalls hört er sie sehr gerne. Wir standen an meinem Standard Standort: Zwischen den zwei Tech Türmen im 2. Wellenbrecher Bereich. In diesem Fall der völlig falsche Standpunkt. Denn leider fiel die Videowand für diesen Auftritt aus. Musikalisch ist die Band aus meiner Sicht nicht ganz mein Geschmack aber was ich von meinem Punkt aus erhaschen konnte, war nach meiner Berurteilung heraus die beste Bühnen Show des Festivals. Gerade deswegen waren die defekten Video Wände ein herber Verlust.
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Zelte und Riesenrad bei Nacht |
Nach dieser tollen Performance schauten mein Kumpel und ich ob wir noch in das Zelt zu Enter Shikari reinkommen. Die hatte ich vom Mini Rock Festival auch als ganz gut in Erinnerung. Die Schlange war dann aber doch zu lang woraufhin wir uns noch was zu futtern kauften und einen kurzen Abstecher in eines der Disko Zelte machten. Da lief irgend nen Dance Trance Zeug, welches nach der Riesen Party doch ziemlich langweilig rüber kam. Deswegen sind wir nach kurzem Aufenthalt auch wieder raus, zurück zum Lager. Irgendwann im Laufe dieses Abends hab ich mir auch meinen RaR Hoodie gekauft, für 50 Euronen.
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